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Recruiting I Personalsuche I Einstellungsprozess

Young Professionals als Zielgruppe

von

Marcel Mohr

30.10.2019

Young Professionals - junge Berufstätige im Alter von 16 bis 30 Jahren, sind mit neuen Technologien aufgewachsen, haben eine andere Art und Weise, Dinge anzugehen und tragen somit beträchtlich dazu bei, dass Unternehmen für die Zukunft gewappnet sind.

Motivierte Mitarbeiter sind maßgebend für den Erfolg eines Unternehmens. Doch was tut man, wenn die Bewerbungen auf offene Stellen ausbleiben und gutes Personal kaum zu finden ist? Immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor dieser Herausforderung. Young Professionals zu finden, ist gar nicht mal so einfach. Viele der 1,2 Millionen offenen Stellen, die täglich online sind, werden nicht zeitnah besetzt. Aus diesem Grund arbeiten immer mehr Unternehmen an ihrer Arbeitgebermarke und buhlen um die Gunst der Berufseinsteiger.

Traumjob vs. Realität

Auch, wenn der Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt gewechselt hat, sitzen die Unternehmen immer noch am längeren Hebel. Diese brauchen meist Fachkräfte, die anpacken können, doch das reicht für viele Young Professionals nicht aus. Die Erwartungshaltung bei ihnen ist hoch: sie suchen Jobs mit Perspektiven, einem dynamischen Arbeitsalltag und vor allem einer Work-Life-Balance. Für viele von ihnen muss die Arbeit erfüllend sein, was nur wenige der Unternehmen gewährleisten können.

Zwischen Traumjob und Realität kommt beim Eintritt in die Arbeitswelt dann für viele der Schock. Der Grund: Berufseinsteigern wird schon häufig bei der Stellenausschreibung ein falsches Bild vom Job vermittelt.  Dies kann von Verantwortlichen der Personalabteilung präventiv verhindert werden, wenn Stellenangebote klar und realistisch beschrieben werden, anstatt allein darauf ausgelegt zu sein den Young Professionals Honig um den Mund zu schmieren.

Es gilt also ein gesundes Maß aus Attraktivität und Realität zu finden, um einerseits die Aufmerksamkeit der Berufseinsteiger zu gewinnen und andererseits die Realität darzustellen, um Enttäuschungen vorzubeugen.

Stellenanzeige früher vs. Stellenanzeige heute

Früher wurden Stellenanzeigen ausschließlich über klassische Printmedien publiziert, heutzutage reicht dies schon lange nicht mehr aus. Im lokalen Bereich sind klassische Printanzeigen noch möglich, möchte man aber darüber hinaus Menschen und vor allem die Nachwuchskräfte erreichen, sieht das schon anders aus. Die Kommunikation - bzw. schon fast das ganze Leben - hat sich für Young Professionals in die sozialen Medien verlagert. Aus diesem Grund sollten Personaler, wenn es um das Personalmarketing geht, Social Media Recruiting nicht unterschätzen. Bewerber werden bei dieser Methode von Personalabteilungen im Social Web gesucht, oder sogar direkt angesprochen. Dies geschieht mittels ausgespielter Stellenanzeigen (Programmatic Job Advertising), oder über eine aktive Suche nach Kandidaten über Businessnetzwerke, auch Active Sourcing genannt.

Businessnetzwerke zum Rekrutieren nutzen

In der DACH Region hat XING derzeit 18,5 Millionen Nutzer und liegt circa gleichauf mit LinkedIn - 15 Millionen Nutzer allein in Deutschland (Stand 2022). Weltweit hat LinkedIn mit 875 Millionen Nutzern die Nase vorn und bietet das Potential, viele passende Kandidaten zu finden.

Da Nutzer häufig über ihr Profil ihren kompletten Lebenslauf auf dem Silbertablett servieren, ist es vielversprechend, potentielle Bewerber über Netzwerke wie Xing und LinkedIn ausfindig zu machen. Zum Beispiel nutzen viele Berufseinsteiger diese Netzwerke bereits während des Studiums, um sich ein Netzwerk aufzubauen. Über den virtuellen Lebenslauf können Kontakte sehen, welche berufliche Erfahrung die Mitglieder bereits gesammelt haben und über welche Kenntnisse die jungen Leute verfügen. Somit lässt sich die Beschaffung des Personals aktiv steuern.

Sind Unternehmen schlau, werben sie die Studierenden nach einem Praktikum für einen Job als Werkstudent und übernehmen diesen dann nach dem Studium. Eine Win-Win Situation für beide Parteien.

Doch nicht nur Businessnetzwerke sind geeignet für die Kandidatenansprache. Da sich die Generation der Young Professionals besonders ausschweifend auf sozialen Plattformen aufhält, macht es Sinn, sich auch diese Netzwerke genauer anzuschauen.

Soziale Netzwerke - warum Facebook, Instagram & Co. Ideal zur Ansprache der Young Professionals sind

Die steigenden Nutzerzahlen der herkömmlichen sozialen Netzwerke sprechen für sich: beispielsweise hat Facebook in Deutschland 24,5 Millionen Nutzer. Lange an der Spitze der Social Media Kanäle, hat sich inzwischen Instagram mit 27,45 Millionen Nutzern in Deutschland an Facebook vorbeigeschoben. Nur WhatsApp (58 Mio.) und YouTube (70 Mio.) haben mehr Nutzer.

Betrachtet man den täglichen Gebrauch der Social Media Plattformen wird der Unterschied zu den Businessnetzwerken noch deutlicher: 10 Millionen Menschen benutzen Facebook und 11 Millionen Menschen nutzen Instagram täglich. LinkedIn und Xing können von diesen Zahlen nur träumen. Die Anzahl der täglichen Nutzer liebt für beide Businessnetzwerke liegt bei 1 Millionen.

Jetzt kommt das ABER. Eine Hürde, die es im Zusammenhang mit den sozialen Netzwerken zu überwinden gilt, ist folgende: auf Social Media wie Instagram und Co. sind die meisten Nutzer aus privaten Gründen angemeldet. Daher besteht die Herausforderung für Personaler darin, während der privaten Nutzung der Kanäle Interesse für ein Jobangebot zu wecken. Aus diesem Grund ist eine adäquate Ansprache auf dem passenden Kanal bei der Kontaktaufnahme maßgebend für einen erfolgreichen Verlauf.

Eins steht fest: Um Young Professionals zu erreichen, kommen Personaler nicht um Social Media Recruiting herum.

Du musst nicht alle sozialen Netzwerken bedienen, nur die richtigen mit der passenden Strategie!

Je nach Unternehmen, der Vakanz und der Zielgruppe, solltest Du dir klar sein, auf welchen Kanälen die Ansprache am sinnvollsten ist. Du musst nicht auf allen sozialen Netzwerken aktiv sein. Das wäre viel zu zeitintensiv und demnach auch zu kostspielig. Investiere lieber in einen Auftritt auf den relevanten Social Media Kanälen, um Deine Zielgruppe anzusprechen.

Wichtig: Im Recruiting variiert die Zielgruppe je nach Stelle. Setze Dich also bei jeder vakante Stelle mit der Frage auseinander, auf welchem Kanal der potentielle Kandidat für die vakante Stelle unterwegs ist.

In einigen Fällen ist auch eine Kombination von verschiedenen Medien sinnvoll, um ideale Kandidaten zu finden. Dies ist natürlich je nach Branche und den ausgeschriebenen Stellen unterschiedlich.

Allgemein ist es für die Ansprache wichtig, das Nutzerverhalten der anvisierten Zielgruppe zu kennen und vorrangig die entsprechenden Kanäle zu nutzen. Es lohnt sich also, immer auf dem neusten Stand der Dinge zu bleiben und neue Plattformen im Auge zu behalten. Wie zum Beispiel TikTok. Keine Plattform ist so beliebt bei Generation Z (Jahrgänge 1997- 2012). Ihr sucht Azubis oder Werkstudenten in Eurem Unternehmen - dann ist TikTok Recruiting definitiv eine Überlegung wert.  

Was die Strategie angeht, sollten mittelständische Unternehmen ihre Alleinstellungsmerkmale und Werte sowohl auf ihrer Karriereseite, als auch beim Social Media Auftritt hervorheben. Um bei potentiellen Bewerbern zu punkten und diese zu überzeugen, ist gutes Storytelling notwendig. Dies sollte jedoch so authentisch wie möglich sein - am besten sogar mit echten Bildern oder Videos der Mitarbeiter und Arbeitsräume. Das macht Dein Unternehmen nahbar und gibt Berufseinsteigern einen ersten authentischen Einblick in den Arbeitsalltag.

Fazit: Young Professionals erreichen bedeutet neue Wege gehen

Also, liebe Unternehmen, hört auf eure alten Methoden zu wiederholen und werdet kreativ!

Nutzt die Macht der sozialen Medien und erreicht Young Professionals auf eine neue Art und Weise. Es ist an der Zeit, sich von den alten Mustern zu verabschieden und neue Wege zu gehen. Denn nur so werdet ihr in der heutigen Zeit erfolgreich sein. Also, worauf wartet ihr noch? Legt los und werdet Teil der Social-Media-Revolution! Und wenn ihr mehr Tipps und Tricks für Social Media benötigt, dann schaut doch einfach bei unseren anderen Blogposts vorbei. Wir freuen uns auf euch!