Unconscious Bias im Recruiting vermeiden

Warum spielt der Unconscious Bias im Recruiting heute eine so große Rolle? Diversität wird mittlerweile in allen Lebensbereichen großgeschrieben. Vor allem Unternehmen stehen hier vor einigen Herausforderung, aber gleichzeitig auch sehr großen Chancen, ihre Teams vielfältiger zu gestalten. Alldem gegenüber steht jedoch der sogenannte „Unconscious Bias“ – unbewusste Vorurteile, die vor allem bei der Personalbeschaffung nicht unberücksichtigt bleiben sollten.

Unabhängig davon, wie tolerant und weltoffen Unternehmen sich nach außen hin präsentieren, wird beim Einstellen neuer MitarbeiterInnen leider noch immer der Unconscious Bias im Recruiting bedient. Dies geschieht meist nicht aus Boshaftigkeit oder mit Vorsatz, sondern aus einer unbewussten Einstellung, die bedauerlicherweise in vielen Köpfen verankert ist.

Wir von StaffConcept möchten über den Unconscious Bias im Recruiting aufklären und Ihnen 4 wertvolle Tipps mit auf den Weg geben, mit denen Sie die unbewussten Vorurteile künftig im Alltag, aber auch im Social Media Recruiting vermeiden können.

Wie zeigt sich der Unconscious Bias im Recruiting?

Der Unconscious Bias hat zunächst nichts mit Unternehmen oder der Personalbeschaffung zu tun – er kann in allen Lebensbereichen auftreten und die wenigsten Menschen sind vollkommen von ihm befreit. Auch wenn wir sie nicht aussprechen und auch nicht aktiv über diese Vorurteile nachdenken, kommen Sie in Alltagssituationen immer wieder auf – unbewusst eben.

Oftmals werden Menschen nach den folgenden Kriterien beurteilt und automatisch in bestimmte Schubladen gesteckt – selbst wenn wir es nicht möchten. So findet der Unconscious Bias im Recruiting auch unbewusst Berücksichtigung über:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Hautfarbe / Herkunft
  • Religion / Weltanschauung
  • sexuelle Orientierung
  • sozialen Hintergrund
  • Behinderung

Egal, ob wir nun automatisch ungeduldig werden, sobald ältere Personen vor uns an der Kasse im Portemonnaie wühlen oder, ob wir Menschen anderer Herkunft extra laut und deutlich den Weg beschreiben; Vorurteile können in nahezu allen Alltagssituationen auftreten und sind häufig gar nicht böse gemeint – vielmehr liegt es nicht in der Natur des Menschen, ständig und überall bewusst, sorgfältig und ausschließlich logisch über Situationen und ihre eigenen Reaktionen nachzudenken. Anders als im Alltag kann der Unconscious Bias im Recruiting leider weit größere Auswirkungen für potenzielle Bewerber haben.

Je öfter man sich diese unbewussten Vorurteile jedoch in das Bewusstsein ruft und sich selbst auf die eigenen Denkmuster aufmerksam macht, desto eher lernen wir, diese Vorurteile systematisch – und irgendwann ganz automatisch – zu vermeiden. So kann auch dem Unconscious Bias im Recruiting ein Ende gesetzt werden.

Diversity und Unconscious Bias im Recruiting

unconscious bias recruitingStudien zeigen außerdem, dass die Zusammenarbeit vieler MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen Hintergründen hohe Innovationspotenziale mit sich bringt und den Unternehmenserfolg deutlich mehr voranbringt als homogene Teams. Die Ideen, Perspektiven und Lebenserfahrungen sind vielfältiger und das Unternehmen wird durch interessante neue Ansätze in seiner internen und externen Struktur moderner gestaltet. Das Ablegen des Unconscious Bias im Recruiting birgt also enormes Potenzial, den Unternehmenserfolg zu vermehren.

Um Diversity im Recruiting ehrlich und für alle Seiten fair anzugehen, sollten nicht nur die unternehmerischen Vorteile wie die Stärkung der Arbeitgebermarke, sondern auch die Herausforderungen betrachtet werden: Diese liegen insbesondere in der Überwindung vom Unconscious Bias im Recruiting. Die falschen Motive verhindern Mitarbeiter halten zu können, sobald MitarbeiterInnen diese bemerken.

4 Tipps, um den Unconscious Bias im Recruiting zu vermeiden

Gerade dann, wenn sich Unternehmen offen und tolerant gegenüber allen Menschen zeigen möchten, müssen sie bereit sein, Neues dazuzulernen und sich aktiv mit dem Thema Diversität auseinanderzusetzen; von der Stellenanzeige samt Inhalt über das Jobinterview bis hin zur Unterschrift des Arbeitsvertrags.

Wer den Unconscious Bias im Recruiting vermeiden will, muss Denkmuster ganzheitlich umstellen. StaffConcept zeigt Ihnen, wie das mit 4 einfachen Tipps möglich ist. Diese können Sie nicht nur auf das Recruiting, sondern auf den gesamten Unternehmensalltag beziehen, denn gerade dort werden mit einem diversen Team auch neue Anforderungen auf Sie zukommen.

Tipp #1: Vorurteilsfreie, inklusive Ansprache & Gestaltung von Stellenanzeigen

Schon bei der Erstellung inklusiver Stellenanzeigen ist Achtsamkeit gefragt, um den Unconscious Bias im Recruiting zu vermeiden. Bedienen Sie sich einer gendergerechten Sprache und vermitteln Sie durch Kennzeichnungen wie „m/w/d“, dass Sie keine sexuellen und geschlechtlichen Identifikationen für Ihre freie Stelle bevorzugen. Seien Sie bei der Texterstellung und der Wahl der Bilder besonders achtsam, um keine Personengruppen unbewusst auszuschließen. Sie können auch erwähnen, dass Sie in Ihrem Unternehmen nach Diversität und Vielseitigkeit streben und allein die Fähigkeiten im Vordergrund stehen.

Tipp #2: Zweite Meinung & Blind Hiring bei der Auswahl von KandidatInnen

Der Unconscious Bias im Recruiting zeichnet sich dadurch aus, dass er unbewusst stattfindet, also oftmals gar nicht erst wahrgenommen wird. Um dem entgegenzuwirken, sollte Ihr HR-Team mindestens zu zweit arbeiten, um BewerberInnen für das Interview auszuwählen. Auch das Blind Hiring ist eine geschätzte Möglichkeit, um den Unconscious Bias im Recruiting zu vermeiden. Hierbei werden Name, Bild, Herkunft, Alter & Geschlecht in der Bewerbung geschwärzt, sodass allein die Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen.

Tipp #3: Standardisierung von Anforderungsprofilen & Bewerbungsgesprächen

Natürlich sollten Sie Ihre Anforderungsprofile standardisieren und alle qualifizierten BewerberInnen unabhängig vom sozialen und kulturellen Hintergrund oder bestimmter Charakteristika zu einem Bewerbungsgespräch zulassen. Softwares helfen dabei, passende Bewerbungen herauszufiltern, sodass das Risiko für den Unconscious Bias im Recruiting sinkt. Auch während des Interviews sollten Sie sich einen Leitfaden zurechtlegen; diese Fragen sollten nicht auf die Person, sondern allein auf ihre Qualifikationen ausgelegt sein, sodass jeder/jede BewerberIn die Chance auf dieselbe Candidate Experience hat.

Tipp #4: Trainings & Workshops vertiefen das Verständnis für den Unconscious Bias im Recruiting

Damit das Verständnis für Diversität nicht nur in der Unternehmensleitung und im HR-Team, sondern im ganzen Unternehmen gestärkt wird, sollten Trainings & Workshops zur Überwindung des Unconscious Bias im Recruiting und im Unternehmensalltag angeboten werden. Gern können diese firmenintern organisiert werden, um den Zusammenhalt zu stärken und allen MitarbeiterInnen die Chance zu geben, Wünsche und Denkanstöße zu äußern.

Wenn Sie den Unconscious Bias im Recruiting auf sämtlichen Kanälen so gering wie möglich halten möchten, sind wir von StaffConcept Ihr Ansprechpartner!

Wir besprechen während eines 30 minütigen Erstgesprächs, ob wir gemeinsam neue Mitarbeiter für Ihr Unternehmen finden können.

Frederic Schimmel

StaffConcept - Experte

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