StaffConcept’s Geschäftsführer und Mitgründer Sascha Jecht hat uns Rede und Antwort gestanden und spricht in diesem Interview über die HR und Recruiting Trends 2020. Er verrät außerdem, in welchen Bereichen Unternehmen Nachholbedarf haben und spricht über das Potential von Social Recruiting.

Worin siehst du die Top Trends für 2020 im Bereich Human Resources?

HR wird weiter der Motor für effizientes Wachstum sein. Daher wird HR weiter Bewerbungsprozesse verschlanken, Recruiting Kanäle prüfen und vor allem den Bereich Weiterbildung und Qualifizierung stärken müssen. Es gibt in vielen Berufsfeldern einfach quantitativ zu wenig Menschen mit entsprechender Qualifikation. Das bedeutet, viele Unternehmen müssen einfach umdenken und weg von der Suche nach den Ideal-Kandidaten hin zur Entwicklung und Qualifizierung von den Kandidaten, die verfügbar sind und Lust auf dieses Unternehmen haben.

Worin besteht im Bereich Recruiting 2020 Nachholbedarf?

Nach wie vor im Bereich Mobile Recruiting und Social Media. Viele Unternehmen machen sich immer noch nicht klar, das Job-Suche und Bewerbung heute auf den Smartphones der Menschen stattfindet. Somit müssen Prozesse und Kanäle daran angepasst werden. Damit einhergehend ist die Suche über Social Media Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitch oder ähnliche. Hier tauschen sich die Menschen aus und hier spricht man vor allem die Kandidaten an, die zwar latent auf der Suche sind aber noch nicht den Schritt auf die Jobportale gemacht haben.

Lösen die neuen Trends altbekannte Maßnahmen ab?

Ja, ich bin mir sicher, dass Jobplattformen weiter an Bedeutung verlieren werden. Das hat vor allem damit zu tun, dass Soziale Netzwerke immer mehr Relevanz in der Personalsuche gewinnen. Bei einem Überangebot an offenen Stellen müssen sich Unternehmen überlegen, wie sie auf die zukünftigen Mitarbeiter aktiv zugehen. Hier kann kein Unternehmen darauf warten, dass Kandidaten selbst aktiv werden und auf den Jobplattformen nach Jobs suchen. Zudem werden Bewerbungsprozesse immer intelligenter und einfacher. Dadurch wird der Zugang zu Menschen über die Sozialen Netzwerke noch leichter und bequemer.

Du bist bereits viele Jahre im Personalwesen tätig – Wie schätzt du die Bereitschaft von Unternehmen ein, aktiv auf Bewerber zuzugehen und wo siehst du die Schwierigkeiten?

Die Bereitschaft ist sicher da, aber oft fehlt das WIE. Aktives Zugehen auf Kandidaten über Social Media Plattformen beispielsweise, erfordert viel technisches Know-How und Online- bzw. Performance Marketing Kenntnisse, die üblicherweise in HR Abteilungen nicht vorhanden sind.

Welche Branchen haben es deiner Erfahrung nach nicht leicht, Fachkräfte anzuwerben und welchen Rat würdest du den Unternehmen geben?

Besonders schwierig ist es im Handwerk, der Pflege und vielen technischen Berufen. Aber leicht ist es wohl für keine Branche mehr. Ich würde den Unternehmen raten, mutiger zu sein und sich mit aktiven Formen der Kandidatenansprache auseinander zu setzen.

Wie viel Potential entgeht Unternehmen, die 2020 kaum einen Schritt auf Bewerber zugehen?

Sehr viel würde ich sagen, denn Jobplattformen auf den aktive Kandidaten suchen, machen nur etwa 20% des gesamten Bewerbermarktes aus.

Wie profitieren Unternehmen vom Social Recruiting und vom Active Sourcing?

Indem sie Kandidaten „aktivieren“ die bisher nur latent oder gar nicht auf der Suche nach einer neuen beruflichen Option waren. Diese Zielgruppe macht immerhin 30-50% der Bewerber aus, was deutlich zeigt, wie viel Potential im Active Sourcing und Social Recruiting generell steckt.

Mit welchen Argumenten können Personaler den Chef dieses Jahr überzeugen, mehr Budget in die Kandidatenansprache über Social Media zu stecken?

Über Social Media erreicht man die höchste Anzahl an potentiellen Kandidaten. Wer diese Kandidaten erreichen möchte muss dementsprechend auch Geld in die Hand nehmen. Wer dazu bereit ist, wird auch signifikante Ergebnisse erzielen.

Auf welchen HR-Messen wird man dich 2020 antreffen?

Sicher wieder auf der Zukunft Personal in Hamburg und Köln. Ich habe sehr viele Einladungen zu kleineren Events bekommen und würde auch gern so viele wie möglich besuchen, aber die Planung steht noch nicht ganz fest.

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